356=911: PORSCHE Kunst und geometrische wahrheit

Mit dem Namen Porsche verbindet man heute vor allem den 911. Den Grundstein für den Sportwagenbau legte das Unternehmen jedoch mit einem ganz anderen Fahrzeug – dem Porsche 356, der ab 1948 in Gmünd gebaut wurde.

Die Form und Proportion von Komenda's Karosserie zeigt ganz klar den Goldenen Schnitt, einem in der Kunstgeschichte und im Bildaufbau als harmonisch geltendem Teilungsverhältnis von Längen und Flächen. Diese Teilungsverhältnisse können bei diversen Modellen aufgezeigt werden. Geometrische Analysen des Ur- 911 mit den Baureihen 997 sowie 991 im Vergleich mit 356 zeigen, dass die Karosserien durch die gleichen Merkmale wie der 356 geprägt sind und deshalb auch der gleichen Gesamteindruck entsteht. 

 

Die Porsche DNA hat mit dem Käfer begonnen und ist über den Berlin - Rom – Wagen hin zum 911 eine fortgesetzte Gestaltungsidee - so wie der "David des Michelangelo" über Jahre hinweg von Michelangelo geschaffen wurde,  gab Komenda dem Porsche im Laufe der Zeit seine perfekte Linie. Dabei handelte es sich um eine Schöpfung und Designleistung - die goldene Schnittdimensionen trägt und das rein handwerkliche, durchschnittliche deutlich übersteigt. 

 

Wenn man die Augen schließt und das Wort VW-Käfer oder Porsche Sportwagen hört, wird ein inneres Bild davon entstehen -

das ist der Unterschied zu anderen Auto-Modellen der Gegenwart und Vergangenheit. 

 

Goldener Schnitt in kunstwerken

Auch das wohl weltberühmteste Kunstwerk, die Mona Lisa von Leonardo da Vinci zeigt goldene Schnittdimensionen.
Auch das wohl weltberühmteste Kunstwerk, die Mona Lisa von Leonardo da Vinci zeigt goldene Schnittdimensionen.

 

Die Kenntnis des Goldenen Schnittes ist in der Literatur seit der griechischen Antike nachgewiesen. Im Spätmittelalter und insbesonders in der Renaissance wurde er auch in philosophische und theologische Zusammenhänge gestellt.

 

Seit dem 19. Jahrhundert wird der Goldene Schnitt in der ästhetischen Theorie wie auch in künstlerischer, architektonischer und kunsthandwerklicher Praxis als ein ideales Prinzip ästhetischer Proportionierung angesehen. Die Teilung (Teilungsverhältnisse) gilt als ausgewogenes Leitmaß und wird vom Menschen als besonders harmonisch empfunden.

 

Im Begriffslexikon der Bildenden Künste. Die Fachbegriffe der Baukunst, Plastik, Malerei, Graphik und des Kunsthandwerks, erschienen im Rowohlt Verlag, Erstausgabe 1971 wird der Goldene Schnitt wie folgt definiert: "Die Bezeichnung für eine Verhältnisgleichung, welche gut proportionierte Abmessungen ergibt, die auch in der Kunst eine Rolle spielen: Das Ganze (A) verhält sich zum größeren Teil (B) wie der größere (B) zum kleineren Teil (C). A:B = B:C". Der Goldene Schnitt in der Kunst: Der Goldene Schnitt, der auch als Proportio Divina („göttliche Proportion“) bezeichnet wird, zieht sich durch die gesamte Kunstgeschichte.

 



"Der alte Esel" Bleistiftradierung, gezeichnet von dem 13-jährigen Komenda, 1917.

 

Komenda verwendete intuitiv goldenene Schnittdimensionen - er hatte ein Auge für Ästhetik, das in diesem Alter noch nicht angelernt war. Die Zeichnung erinnert an die Radierungen von Albrecht Dürer.

 

 

 

Automobildesign - Wikiwand

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Einer vergleichbaren Philosophie folgte 1948 der von Erwin Komenda geformte Porsche 356, dessen Kleid ein wenig dicklich wie eine Muschel über das Fahrzeug hinausragt. Das ergab eine ikonische Form, die praktisch unverändert bis heute fortlebt.

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Dr. Iris Steineck

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